Wissenswertes

11. Nov 2021

Weihnachten 2021

Die Praxis wird vom 23.12.21  bis zum 2.1.22 geschlossen sein. Bitte denken Sie rechtzeitig daran Medikamente und Futtermittel zu bestellen.

Am 24.12 und 25.12 haben wir Notdienst. Eine Behandlung erfolgt während des Notdienstes nach telefonischer Voranmeldung in der jeweiligen Praxis.

Er wird direkt vor Ort mit einer Notfallgebühr von 50 Euro und dem doppelten bis vierfachen Gebührensatz plus Mehrwertsteuer abgerechnet.

Euer Team der Tierarztpraxis Jaderberg

12. Mär 2021

Osterferien 2021

Die Praxis ist an Ostern 29.3.21-5.4.21 geschlossen. Ab Dienstag dem 6.4  sind wir wieder zu den gewohnten Sprechzeiten für Sie da. Den Bereitschaftsdienst für die Wesermarsch können Sie unter Spechzeiten und Notdienst einsehen.

In dringenden Notfällen wenden Sie sich bitte an das Kleintierzentrum Oldenburg in der Gartenstrasse 12 in Oldenburg unter der Telefonnummer 0441-74074.

Die nächstliegende Tierklinik ist Posthausen, Rothlaker Str., 28870 Ottersberg, Tel. 04297 168990

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Fellnase frohe und gesunde Feiertage.

Ihr Praxisteam

19. Feb 2021

Vormittags Terminspechstunde

Aufgrund des erhöhten Aufkommens zeitaufwendiger Termine wie Röntgen, Ultraschalluntersuchungen und Wunsch einiger Patientenbesitzer stellen wir vormittags auf eine Terminsprechstunde um. Nachmittags sind wir von 16:00-18:00 Uhr auch weiterhin ohne telefonische Voranmeldung  für Sie da- außer Mittwoch nachmittags.

 

12. Nov 2020

Impfungen Hund nach Stiko

Impfung Hund

Wir halten uns an das Prinzip so viel wie nötig, so wenig wie möglich!
In jedem Fall sollten Impfungen immer in Hinblick auf den Patienten Hund, sein Alter, seine Gesundheit und seine Situation bzw. Umgebung abgestimmt und mit dem Besitzer besprochen werden.
Grundlage ist in unserer Praxis die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko).

https://m.tieraerzteverband.de/bpt/berufspolitik/Impfkommission/stiko-vet_empfehlungen-mitteilungen.php?redirectResize=1

Wen es interessiert- eine kurze Information zu den Erkrankungen:

Leptospirose oder auch Stuttgarter Hundeseuche oder Weil’sche Krankheit
Leptospirose ist eine durch Bakterien verursachte Krankheit, die unter anderem ggf auch auf den Menschen übertragen werden kann. Erregerreservoir sind hier Mäuse und Ratten. Über deren Urin und beispielsweise trinken aus Pfützen können sich Hund hiermit infizieren.
Die Erkrankung kann zwar mit Antibiotika behandeln werden, führt aber bei nicht zeitnahem Erkennen zu verschiedensten Organversagen. Wichtig ist einen aktuellen Impfstoff zu verwenden, der zu einer Immunisierung gegen die verschiedene Untergruppen der Leptospiren führt.
Da eine Immunität gegen Bakterien immer schwieriger zu erreichen ist als gegen Viren, ist hier besonders auf die regelmäßige jährliche ggf sogar halbjährliche Imfpung zu achten. Bei deutlichen Abweichungen von den vorgegebenen Impfschemata, z. B. bei einem Impfintervall von mehr als 18 Monaten, wird eine erneute Grundimmunisierung angeraten! Auch Hunde, die eine Infektion durchstanden haben, sollten nach der Genesung geimpft werden, da die Immunantwort gegen Leptospiren nicht lang andauernd ist.

Parvovirose
Parvovirose kann auch von geimpften Tieren ausgeschieden und auch auf nicht geimpfte Tiere übertragen werden, ohne klinische Symptome zu verursachen. Parvovirose führt insbesondere bei nicht geschützten Jungtieren zu schweren Durchfällen, die nicht selten tödlich verlaufen können.

Staupe
Staupe ist eine der gefährlichsten Krankheiten des Hundes, die nur Dank des Impfens immer seltener auftritt.
Staupe-Symptome sind sehr unterschiedlich. Es können Atemwege, Magen-Darm-Trakt oder auch das Nervensystem betroffen werden. Krankheitszeichen wie Fieber, Durchfall, Erbrechen, Husten, Nasenausfluss, Lähmungen usw. können einzeln, nacheinander oder im schlimmsten Fall gleichzeitig auftreten. Die Erkrankung verläuft nicht selten tödlich, gerade wenn junge Hunde betroffen sind. Vor Einführung der Impfung um 1960 war Staupe die verlustreichste Virusinfektion des Hundes. Es gibt leider bis heute keine wirksame Therapie.

Hepatitis
Im Vordergrund akuter Erkrankungen stehen die Symptome einer akuten Leberentzündung (Fieber, Apathie, Erbrechen, Durchfall, Durst, verweigerte Nahrungsaufnahme, Leibschmerzen und Gelbsucht), hervorgerufen durch die Virusvermehrung in den Leberzellen. Außerdem kann es durch die Zerstörung der Gefäßendothelien zu Blutungen und Wassereinlagerungen kommen. Ein akuter Verlauf endet für den Hund oft tödlich. Dies gilt vor allem für junge, ungeimpfte Hunde. Je akuter der Verlauf desto ungünstiger ist die Prognose.

Tollwut
Eine Grundimmunisierung bestehend aus drei Impfungen im Alter von 12 und 16 Wochen sowie 15 Lebensmonaten erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Tiere einen für Reisen in Länder mit Tollwut sicheren Impfschutz haben.

Ein derartiges Impfschema geht über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. Innerhalb der EU reicht eine Impfung ab einem Alter von mindestens 12 Wochen und zweite Impfung nach einem Jahr. Einen Impfschutz und somit eine Auslandsreise ist erst 21 Tage nach der ersten Impfung möglich.

Da für die Reisen außerdem ein EU Heimtierausweis und eine Kennzeichnung durch einen Chip notwendig sind, denken Sie bitte rechtzeitig vor der Urlaubsplanung daran und kontaktieren uns.

Zwingerhusten
Eine Impfung gegen Parainfluenza ist vergleichbar mit unsere Grippeimpfung. Auch geimpfte Hunde können noch erkranken- meist weniger schlimm.
Zwingerhusten ist eine hoch ansteckende Erkrankung der oberen Atemwege, die in der Regel durch Mischinfektion verschiedener Erreger verursacht wird.
Insbesondere in Einrichtungen mit vielen Hunden (Tierheim, Tierpension, Ausstellung, Hundeschule) ist die mittlerweile korrekter bezeichnete canine contagiöse Rhinothracheitis weit verbreitet.
Hunde, die vermehrt gefährdet sind, sollten daher vorsorglich gegen den Zwingerhustenkomplex geimpft werden.
Sinnvoll ist zusätzlich ein Impfstoff, der Komponenten beider Haupterreger (B. bronchiseptica und CPIV 2) enthält und zur lokalen Anwendung vorgesehen sein, intranasale Impfung. Durch die lokale Applikation, z.B. in die Nase wird eine besonders schnelle und lokale Immunantwort induziert.

25. Jul 2020
Fremdkörperaufnahme beim Hund:

Wochenendrätsel

Insbesondere junge Hunde oder Hunde, die viel spielen können mal Fremdmaterial verschlucken.
Kleinere Gegenstände jeweils im Bezug zur Körpergröße des Hundes können oft -ohne Probleme - durch den ganzen Magen-Darm-Trakt durchgelangen.
Bei Verdacht auf spitzere Gegenstände, wie zum Beispiel Legoteile, Ohrringe oder zum Teil auch Knochenstücke kann durch die Fütterung von Sauerkraut die Darmpassage erleichtert werden.
Fremdkörper wie zum Beispiel Stoff oder Socken oder auch einige Plastikteile, Flummis oder kleinere Plastikteile lassen sich nicht immer direkt ( zB im Röntgenbild) darstellen.
Röntgendichte Materialien wie Knochen, metallische Gegenstände zum Beispiel Ohrringe dagegen kann man sehr gut im Röntgenbild erkennen.
Generell gilt nicht alles was vorne herein geht passt auch vorne rum wieder raus.
Weiß der Besitzer früh, dass der Hund kleinere Stücke im Magen hat, kann der Tierarzt den Hund erbrechen lassen.
Spitze oder harte Fremdkörper z.B Knochen können allerdings in der Speiseröhre stecken bleiben und zu Verletzungen führen.
Ggf kann man den Fremdkörper gut mit einem Endoskop, wenn es frühzeitig bekannt ist durch die Speiseröhre herausholen.
Solange sich ein Fremdkörper im Magen befindet äußert sich dieses meist irgendwann durch Erbrechen und Bauchschmerzen. Diese werden auch oft nach Behandlung gegen Übelkeit nicht besser.
Dann ist es abzuwägen auf welchem Wege der Fremdkörper wieder aus dem Körper heraus gelangt.
In unserem Fall haben zwei Hunde mit einem Ball gespielt und nachher war der Ball weg. Übelkeit und Erbrechen traten erst Tage später auf. Insgesamt war der Ball eine Woche im Magen bis es dem Hund richtig schlecht ging. Durch die Magensäure war der Ball sehr hart geworden.
In unserem Fall war somit weder durch die Speiseröhre nach vorne noch eine Passage in den Magen-Darm-Trakt möglich. Daher blieb uns nur eine Operation mit Eröffnung des Magens um dem Ball zu entfernen.
05. Jul 2020

Gebärmuttervereiterung

Die Gebärmuttervereiterung (Pyometra) ist eine der häufigsten Erkrankung einer unkastrierten Hündin. 

Ohne Behandlung kann die Erkrankung tödlich verlaufen. Bis zu 25 % der weiblichen unkastrierten Hündinnen erkranken in einem Alter von 5- 10 Jahren.
Die Gebärmutter der Hündin ist nicht kugelig, wie beim Menschen, sondern liegt in zwei Schläuchen, in denen die Welpen hintereinander liegen können. In unserem Fall (18 kg Hund) wäre die Gebärmutter normalerweise ca 1-2 Bleistifte im Durchmesser.
Durch eine für Hunde unter anderem normalerweise mehr oder weniger deutlich auftretende und ausgebildete Scheinschwangerschaft (im Wolfsrudel wirft nur die Alfahündin, die anderen Hündinnen spielen Amme), können Keime aufsteigen und zu einer Eiteransammlung in der Gebärmutter führen.
Typischerweise entwickeln sich die Symptome etwa drei bis acht Wochen nach Ende der letzten Läufigkeit. Gerade bei älteren Hündinnen mit unregelmäßigen Zyklus ist es für den Besitzer schwer sie von einer Läufigkeit zu unterscheiden.
Eine akute Pyometra ist ein lebensbedrohlicher Notfall.
Durch die Bakterientoxine kommt es zur "Vergiftung" des Körpers.
Durch die starke Größenzunahme des Organs kann die Gebärmutterwand reißen und der Eiter ergießt sich in die Bauchhöhle.
Sollte Ihre Hündin einige Zeit nach der Läufigkeit plötzlich krank erscheinen und gar einen erhöhten Durst zeigen, so nehmen Sie bitte Kontakt zur Praxis auf. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto geringer ist die Komplikationsrate.

Symptome:
- Ein typisches Symptom ist das Auftreten von starkem Durst und vermehrtem Harnabsatz.
- Die Scheide kann deutlich geschwollen sein. Tiere mit dieser Form der Erkrankung säubern sich für den Beobachter auffällig häufig den Genitalbereich durch Belecken.
- Häufig leiden die Tiere zusätzlich an Durchfall u./o. Erbrechen.
-Bei einer geschlossenen Gebärmuttervereiterung bleibt der Eiter in der Gebärmutter. Meist erscheint der Bauch des Hundes aufgetrieben und ist schmerzhaft angespannt.
Diese Hunde wirken richtig krank ( Fieber, Erbrechen, Durchfall). Infolge kann es zu einer schweren lebensbedrohlichen Blutvergiftung kommen.

Diagnose:
Die Verdachtsdiagnose kann meist schon anhand des Vorberichtes und der klinischen Symptomatik erfolgen. Die Absicherung erfolgt eine Ultraschalluntersuchung.

Therapie:
In den meisten Fällen ist die unverzügliche Kastration der Hündin angezeigt. Dabei werden Eierstöcke und die vereiterte Gebärmutter komplett entfernt.
Vorteil dieser Behandlungsmethode ist die sichere Entfernung der Ursache und die Verhinderung einer erneuten Erkrankung nach der nächsten Läufigkeit.
Eine andere Methode ist der Einsatz von Hormonen. Hierbei kommt es durch das eingesetzte Medikament zur Öffnung des Muttermundes und damit zur Selbstreinigung der Gebärmutter.
Nachteil dieser Methode ist die Tatsache, dass eine Sonderform der Gebärmutterentzündung durch diese Behandlung sogar verschlimmert werden oder je nach Hormonstatus und eventuellen Zysten nicht wirksam ist.
Parallel werden bei einem konservativen Behandlungsversuch Antibiotika eingesetzt.
Eine alleinige Behandlung mit Antibiotika führt nahezu nie zum Behandlungserfolg!

Persönliche Meinung meinerseits:
Auch wenn das Risiko für eine Gebärmutterentzündung hoch ist, ist es kein Grund einen Hund vorsorglich einfach zu kastrieren, nach dem Tierschutzgesetz ist es sogar untersagt.
Ein aufmerksamer Hundebesitzer merkt, wenn der Hund krank ist und sollte einfach die Läufigkeiten beobachten und auch notieren, wann die letzte war.
Es gibt viele Vorteile, aber auch Nachteile einer Kastration.
Dies sollte immer sehr individuell abgewägt und mit dem Tierarzt besprochen werden.
Eine Gebärmuttervereiterung wie in dem vorgestellten Fall lässt keine Alternative zu. In diesem Fall musste schnell operiert werden!

30. Apr 2020
Schildkröte mit 10 Eiern, drei davon älter, Legenot

Wochenendrätsel

Schildkröten suchen sich einen geeigneten Ort und Bedingungen für Ihre Eiablage aus. In unserem Bild handelt es sich um eine tropische Schildkröte mit insgesamt 10 Eiern. Drei Eier zeigen eine dickere Schale und sind älter. Dies war vermutlich unter anderem auch ein Grund für das Nichtablegen der Eier.
Stimmt die Umgebung nicht, kann sich das trächtige Weibchen an den Eiern tottragen. Schildkröten suchen in Freiheit lange nach einen geeigneten Eiablageplatz. Hat sie ihn einmal gefunden, kehren Sie oft ihr Leben lang zurück.
• Weitere Faktoren, die zu einer Verzögerung oder einem Ausbleiben der Eiablage führen sind:
• Konkurrenz und Stress
• Umgebungsluft zu kalt
• Kalziummangel
• Vitamin D Mangel, wobei Vitamin D durch UV-Strahlen gebildet wird
Legenot erkennen
Da sich alles im Inneren der Schildkröte abspielt, ist es gar nicht so leicht eine Legenot zu erkennen. Eindeutige äußere Zeichen dafür sind:
• unruhiges Verhalten, überall graben
• eventuell lahmende Hinterbeine
• weniger Kot- und Urinausscheidung
• Atmung durch das geöffnete Maul
• Verringerte Nahrungsaufnahme
• Graben an verschiedenen Stellen
• Schleim an der Kloake
Diagnostik und Therapie
Mit einer Röntgenaufnahme kann man sehen, wie die Eier beschaffen sind, wo sie liegen und wie groß sie im Verhältnis zu Becken, Eileiter und Kloake der Schildkröte sind. Die Eier können zum Beispiel bereits zu hart sein oder sind miteinander verwachsen oder unförmig. In unserem Fall waren die Eier in der Größe und Lage unkritisch, aber 3 Eier schon dickschaliger und wahrscheinlich aus einem früheren Gelege.
Diese Schildkröte konnte nach wenig Kalziumzugabe und Oxytocin, sowie viel Geduld und Verbesserung der Haltungs- und somit Gelege-bedingungen Ihre Eier selber legen.

 

24. Apr 2020
Zahnerkrankungen beim Hund

Wochendrätsel

Schätzung: wieviele Zähne mussten wohl gezogen werden?
 
Das vollständig ausgebildete Gebiss eines Hundes hat 42 Zähne. In unserem vorgestellten Fall mussten wir leider 16 Zähne ziehen.
Mehr als 80 % aller Hunde und Katzen, die älter als 6 Jahre sind, weisen entzündliche Erkrankungen des Zahnhalteapparates.
Zahnbelag lagert sich auf der Zahnoberfläche ab, am Übergang zum Zahnfleisch. Werden die Zähne des Hundes nicht regelmäßig geputzt, lagern sich darin Kalksalze ein und lassen den braunen Zahnstein entstehen. Dadurch entsteht im Zahnfleisch sehr schnell eine Entzündung, die nur dann abheilen kann, wenn der Zahnstein so schnell wie möglich entfernt wird. Geschieht dies nicht, breitet sich die Entzündung aus und es entsteht Parodontitis: Der Zahnhalteapparat wird angegriffen.
Manche Hunde neigen sehr zur Zahnsteinbildung und benötigen regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung mittels Ultraschall, andere Hund haben bis ins hohe Alter keine Probleme.
Lockere Zähne und Zahnausfall werden beim Hund selten von den Besitzern bemerkt. Entzündungen am Zahnfleisch und am Zahnhalterapparat sind aber mit Sicherheit auch für unsere Haustiere sehr schmerzhaft.
Je schwerer die Entzündung in der Maulhöhle sind, desto schwerer sind die Folgen für die Gesundheit des Hundes. Es kann zu einer Schädigung der Herzklappen, den Herzmuskel, der Leber zu einer Belastung des gesamten Immunsystem kommen. Somit steigt das Risiko für andere Erkrankungen wie Diabetes, Nierenversagen oder Lebererkrankungen steigt enorm. Darum ist es sehr wichtig, die Zähne Ihres Tieres regelmäßig und gründlich kontrollieren zu lassen.
Also Maulgeruch ist viel mehr als nur unangenehm!
Oft ist er jedoch das erste riechbare Symptom. Achten Sie genau darauf, denn Ihr Hund zeigt den Schmerz nicht gleich, frisst z.B. trotz großer Schmerzen, selbst mit abgebrochenen Zähnen!
Ist der Zahnhalteapparat jedoch soweit gelockert, wie hier in unserem Video, bleibt einem nur die Möglichkeit Ihn
vollständig zu ziehen. Daher ist es empfehlenswert regelmäßig die Zähne kontrollieren zu lassen und ggf. auch eine Zahnsanierung zeitnah einzuplanen.
04. Apr 2020
Tatortfund siehe Foto. Die Hunde waren im auffinden der Osterhasen schneller, als die Kinder! Schokoladenvergiftung

Wochenenrätsel

Theobromin ist ein Inhaltsstoff der in Kakaobohnen, aber auch in Kaffee oder Tee enthalten sind. Er hat ähnlich wie Koffein eine anregende Wirkung. Theobromin wirkt stimulierend auf das Nervensystem, während der Mensch diesen „Weckeffekt“ ohne größere Nebenwirkungen gut verträgt, ist diese Stimulation für das Nervensystem der meisten Tiere zu viel.
Schokolade ist für Hunde (und Katzen) giftig! Hunden fehlt das Enzym (Cytochrom), welches der Körper für den Abbau von Theobromin einsetzt. Sie bauen Theobromin somit wesentlich langsamer ab.
Symptome:
Klinische Symptome wie Unruhe und Nervosität (vergleichbar bei uns Menschen, wenn wir eine oder zwei Tassen starken Kaffee zu viel getrunken haben), Erbrechen, Durchfall, aufgeblähter Bauch, verstärkter Durst oder Herzrasen können ab einer Dosis von 20 mg Theobromin/ kg KGW Hund auftreten.
Höhere Dosen führen zu Krämpfen, schneller Atmung, Atembeschwerden, Zittern bis hin zu Krampfanfällen, Bewusstseinsstörungen, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Herzversagen, Tod.
Die kleinste tödliche Dosis von Coffein beträgt beim Hund 140-150mg/kg Körpergewicht. Die tödliche Dosis von Theobromin liegt beim Hund im Bereich von 250-500 mg/kg Körpergewicht. Kleine Hunde mit großem Appetit auf Schokolade sind daher besonders gefährdet. Die maximale Wirkung tritt 2-4 Stunden nach dem Verzehr der Schokolade auf. Bis die Hälfte des Theobromins im Körper abgebaut ist, dauert es 17 Stunden. Besondere Vorsicht ist daher bei wiederholter Aufnahme von Schokolade geboten.
Kakaobohnen sind die Grundlage für Kakaopulver und Schokoladen und je nach Art des Produktes ist Theobromin in unterschiedlicher Menge enthalten.
Therapie:
Wenn Ihr Tier die Schokolade erst seit kurzem aufgenommen hat, kann Ihr Tierarzt Ihrem Hund ein Medikament verabreichen, das Erbrechen auslöst. Je weniger Schokolade bzw. Theobromin aufgenommen wird, desto weniger Vergiftung.
Außerdem kann durch die Gabe von Aktivkohle die Aufnahme aus dem Darm verringert werde.
Ist die Aufnahme der Schokolade länger her, wird Ihr Tierarzt anhand der klinischen Untersuchung entscheiden, welche Therapie notwendig ist. Bestehen Vergiftungssymptome benötigt Ihr Tier Medikamente gegen Krämpfe, Infusionen, um die Ausscheidung zu fördern und muss ggf. stationär aufgenommen werden.
27. Mär 2020
Hund mit offener Stelle an der Pfote, völlig schmerzfrei und ohne Lahmheit. Stelle heilt trotz Antibiose und Verband nicht aus. Foto und Röntgenaufnahme anbei.

Rästel zum Wochenende

Auflösung:
granulomatöse Umfangsvermehrung der Pfote nach einer Ballenverletzung, die Aufgrund einer Leishmaniose nicht abgeheilt ist.
 
Leishmaniose
Leishmanien sind intrazelluläre Protozoen, die vor allem in den Abwehrzellen (Monozyten und den Makrophagen) des Organismus parasitieren. Dadurch sind Sie für das Immunsystem oft nicht zu erkennen. Eine Erkrankung tritt nachmals erst Jahre nach Ansteckung auf.
Erwähnenswert ist die hohe Infektionsrate bei Hunden in den Mittelmeerländern. Insbesondere im Rahmen von „Rettungsaktionen“ kommen infizierte Hunde nach Deutschland.
Übertragung/ Ansteckung:
Die Leishmaniose ist eine Zoonose, an der auch Menschen erkranken können. Die Erreger werden über den Stich von Sandmücken übertragen. Direkte Übertragungen von Tier zu Tier oder Tier zu Menschen wurden bisher nur sehr selten nachgewiesen. Im Gegensatz zu anderen Stechmücken fliegen Sandmücken ihr Opfer nur dann an, wenn dieses schläft. Der Grund hierfür ist, dass Sandmücken 2-5 Minuten zum Blutsaugen benötigen, darüber hinaus ist der Stich schmerzhaft. Fliegen Sandmücken einen schlafenden Hund an, so landen diese meist auf dem Hunderücken, und laufen dann gegen den Haarstrich Richtung Kopf, dann die Stirn und Schnauze herunter und stechen in den unbehaarten Nasenansatz, gelegentlich stechen die Mücken auch in die Augenlider. Bei Welpen und Junghunden erreichen diese Mücken auch die Bauchseite oder Genitalien.
Symptome
Die Symptome einer Leishmaniose sind sehr variabel. Während einige Hunde keine klinischen Symptome zeigen, erkranken andere schwer. Die Symptome beginnen oft mit fortschreitender Müdigkeit und Bewegungsunlust, massivem Gewichtsverlust und Sekundärerkrankungen durch Immunsuppression. Die Erreger der Leishmaniose können sich auch in den inneren Organen vermehren. Betroffen sind vor allem die Nieren. In über 90 Prozent der Fälle finden sich auch die typischen Hautsymptome. Zeichen des Befalls sind hier Hautveränderungen mit einer meist nicht-juckenden Hautentzündung und Haarausfall z. B. des Nasenrückens und der Ohrenspitzen sowie Brillenbildung um die Augen oder auch haarlose entzündete Stellen an den Pfoten, die manchmal schuppig bedeckt sind.
Diagnose:
- Bluttest auf Antikörper gegen den Leishmaniose-Erreger (frühestens 6-8 Wochen nach Import), fragen Sie hier Ihren Tierarzt, ich persönlich rate immer dazu Importhunde (auch schon von Tierschutzorganisationen getestete) wenn Sie ein halbes Jahr im Besitz sind zu testen
- Untersuchung von Gewebeproben (z. B. Lymphknoten, Knochenmark) unter dem Mikroskop zum Nachweis des Erregers in den Zellen
- molekularbiologische Untersuchung (PCR) von Gewebeproben (z. B. Knochenmark) zum „genetischen“ Nachweis des Erregers.
Behandlung
Bei unseren Hunden ist die Leishmaniose nicht heilbar. Die Tiere bleiben lebenslang Träger, oft immunkompetent und somit ohne irgendwelche Symptome. Tiere ohne Symptome müssen nicht behandelt werden. Treten jedoch Symptome auf, gibt es verschiedene Stadien, für die Behandlungsmöglichkeiten existieren, die den Hund wieder in einen besseren oder sogar symptomfreien Zustand bringen können.
Vermieden werden sollte bei bekannter Leishmaniose alles was Stress für das Immunsystem bedeutet. Informieren Sie hierbei bitte in jedem Fall Ihren Tierarzt insbesondere, wenn es um Impfungen oder Kortisonbehandlungen gehen sollte.
13. Mär 2020
Umfangsvermerhung in der Maulhöhle, Malignes Melanom

Rästel zum Wochende: Hund hat eine dicke Backe und so schaut es dann in der Maulhöhle aus.

Zubildungen in der Maulhöhle müssen nicht immer bösartiger Natur sein. Sie können auch gutartige Prozesse darstellen zum Beispiel Zahnfleischwucherungen oder die so genannten Epulis.
Solide Umfangsvermerungen in der Maulhöhle könnten allerdings auch bösartige Tumore sein. Die häufigsten bösartigen Maulhöhlentumore sind das maligne Melanom (hier in unseren Fall), das Plattenepithelkarzinom, das Fibrosarkom und das Osteosarkom.
Regelmäßige Untersuchungen der Maulhöhle helfen, Veränderungen in einem frühen Stadium zu erkennen. Je früher eine genaue Diagnose gestellt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
Bei Verdacht auf einen Tumor steht an erster Stelle eine Gewebeentnahme (Biopsie) des entarteten Gewebes, um eine Diagnose zu stellen. Erst dann sind Aussagen über das Verhalten des Tumors, mögliche Therapie und die Prognose möglich.
Verschiedene Symptome können durch ein tumoröses Geschehen in der Maulhöhle ausgelöst werden. Es können Zahnprobleme, Nasenausfluss, Inappetenz, starker Mundgeruch, sabbern oder immer mal wieder auftretende Blutungen oder Gewichtsabnahme auftreten. Auch eine Asymmetrie des Gesichtsschädels gibt einen Hinweis.
Manchmal ist es schwierig genau in die Maulhöhle zu schauen. Nicht jeder Hund ist hier kooperativ. Daher ist in vielen Fällen dazu eine Sedierung notwendig. Die Therapie richtet sich immer nach dem Ergebnis der vorangegangenen Untersuchungen.
Malignes Melanom
Das maligne Melanom ist ein Tumor der Pigmentzellen. Es ist hochgradig bösartig. Diese Tumoren zeigen eine starke Neigung zur Metastasierung (zum Streuen in andere Gewebe), hier vor allem in angrenzende Lymphknoten und in die Lunge. Er ist mit 30% die häufigste Form der malignen Tumore der Maulhöhle. Eine erhöhte Wahrscheinlichkeit gibt es bei Cocker Spaniel, Dackel und Pudel, sowie in der Altersklasse von durchschnittlich 11 Jahren. Außerdem sind Rüden häufiger betroffen.
Sie zeigen sich oft fleischig, dunkel gefärbt, blumenkohlartig und mit brüchigem Gewebe. 30% der malignen Melanome sind aber pigmentarm oder pigmentlos (wie in unserem Fall) und gehören dann zu einer Sonderform. Um diese zu diagnostizieren bedarf es einer immunhistochemischen Untersuchung. Ohne Behandlung besteht die durchschnittliche Überlebenszeit nach Diagnosestellung laut Studien bei 6 – 10 Monaten. Die best mögliche Prognose hat ein Tumor dieser Art, wenn er in einer Größe von unter 2 cm entdeckt wird und behandelt wird. Gute Erfolge beim malginen Melanom werden u.a mit einer Strahlentherapie erreicht.

06. Mär 2020

Rätsel zum Wochenende:

Was haben wir hier?

A: Kniefaltenlymphknoten

B: Nebennieren

C: Hoden

D: Weichteiltumoren

Viel Spaß beim rätseln und ein schönes Wochenende.

Kryptorchismus
Normalerweise steigen die Hoden in der Embryonalentwicklung beidseitig von seiner Ausgangslage, hinter der jeweiligen Niere, über den Leistenkanal und Leistenspalt bis in den Hodensack ab. Dort sind sie je nach Rasse zwischen der 6-12 Lebenswoche gut zu sehen und fühlen. Spätestens mit einsetzen der Geschlechtsreife sollten sich die Hoden im Skrotum befinden. Findet dieser Abstieg der Hoden unvollständig oder gar nicht statt, spricht man von einem Kryptochismus.
In Abhängigkeit von der Lage des nicht abgestiegenen Hodens unter-scheidet man den inguinalen Kryptorchismus (Leistenhoden) oder den abdominalen Kryptorchismus (Bauchhöhlenhoden). Der rechtsseitige inguinale Kryptorchismus kommt am häufigsten vor, gefolgt vom rechtsseitigen intraabdominalen Kryptorchismus. Dies liegt daran, dass der Weg, den der rechte Hoden zurücklegen muss, länger ist als der Weg des linken Hodens.
Normalerweise liegen die Hoden außerhalb der Körperhöhle im Skrotum, da sie für ihre optimale Funktionsfähigkeit eine geringere Umgebungstemperatur benötigen. Da der gesunde Hoden zur Entwicklung befruchtungsfähiger Spermien geringere Temperaturen als im Körperinneren benötigt, sind nicht abgestiegene Hoden generell kleiner (Abbildung linker Hoden).
In der Bauchhöhle gelegene Hoden haben es zu warm, wodurch die Hoden mit zunehmendem Lebensalter zur tumorösen Entartung neigen. Das Risiko einer tumorösen Entartung bei einem Hoden in der Bauchhöhle ist 13,6-mal so hoch im Vergleich zum intakten Rüden. Am häufigsten Entstehen Sertolizelltumore, die weibliche Geschlechtshormone produzieren und dadurch Probleme verursachen. Aber auch andere Tumore können entstehen. Die Entartung des Hodens ist nicht sichtbar und wird daher oft erst spät entdeckt.
Selten kann es bei abdominal gelegenen Hoden zu einer Hodendrehung kommen. Hierbei stranguliert sich der Hoden selbst. Sind auch Darmschlingen beteiligt, kann es zusätzlich zum Darmverschluss kommen. Dies stellen einen hoch akuten Notfall.
Kryptorchismus ist genetisch häufig mit anderen angeborenen Defekten wie Kniescheibenluxation, Hüftgelenksdysplasie und Nabelbrüchen zusammen vererbt. Diese Tatsache hat eine große Bedeutung für die Zucht.
Es ist anzuraten den in der Bauchhöhle gelegenen Hoden chirurgisch zu entfernen. Empfehlenswert ist vorab eine Ultraschalluntersuchung, um die Lage des Bauchhöhlenhodens dazustellen. Häufig werden die Tiere vollständig kastriert, wobei sowohl der kryptorchide, als auch der gesunde Hoden entfernt werden. Da eine vollständige Kastration immer auch Nachteile hat, sollten Sie dies in Ruhe mit Ihrem Tierarzt besprechen.

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