Gebärmuttervereiterung

Die Gebärmuttervereiterung (Pyometra) ist eine der häufigsten Erkrankung einer unkastrierten Hündin. 

Ohne Behandlung kann die Erkrankung tödlich verlaufen. Bis zu 25 % der weiblichen unkastrierten Hündinnen erkranken in einem Alter von 5- 10 Jahren.
Die Gebärmutter der Hündin ist nicht kugelig, wie beim Menschen, sondern liegt in zwei Schläuchen, in denen die Welpen hintereinander liegen können. In unserem Fall (18 kg Hund) wäre die Gebärmutter normalerweise ca 1-2 Bleistifte im Durchmesser.
Durch eine für Hunde unter anderem normalerweise mehr oder weniger deutlich auftretende und ausgebildete Scheinschwangerschaft (im Wolfsrudel wirft nur die Alfahündin, die anderen Hündinnen spielen Amme), können Keime aufsteigen und zu einer Eiteransammlung in der Gebärmutter führen.
Typischerweise entwickeln sich die Symptome etwa drei bis acht Wochen nach Ende der letzten Läufigkeit. Gerade bei älteren Hündinnen mit unregelmäßigen Zyklus ist es für den Besitzer schwer sie von einer Läufigkeit zu unterscheiden.
Eine akute Pyometra ist ein lebensbedrohlicher Notfall.
Durch die Bakterientoxine kommt es zur "Vergiftung" des Körpers.
Durch die starke Größenzunahme des Organs kann die Gebärmutterwand reißen und der Eiter ergießt sich in die Bauchhöhle.
Sollte Ihre Hündin einige Zeit nach der Läufigkeit plötzlich krank erscheinen und gar einen erhöhten Durst zeigen, so nehmen Sie bitte Kontakt zur Praxis auf. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto geringer ist die Komplikationsrate.

Symptome:
- Ein typisches Symptom ist das Auftreten von starkem Durst und vermehrtem Harnabsatz.
- Die Scheide kann deutlich geschwollen sein. Tiere mit dieser Form der Erkrankung säubern sich für den Beobachter auffällig häufig den Genitalbereich durch Belecken.
- Häufig leiden die Tiere zusätzlich an Durchfall u./o. Erbrechen.
-Bei einer geschlossenen Gebärmuttervereiterung bleibt der Eiter in der Gebärmutter. Meist erscheint der Bauch des Hundes aufgetrieben und ist schmerzhaft angespannt.
Diese Hunde wirken richtig krank ( Fieber, Erbrechen, Durchfall). Infolge kann es zu einer schweren lebensbedrohlichen Blutvergiftung kommen.

Diagnose:
Die Verdachtsdiagnose kann meist schon anhand des Vorberichtes und der klinischen Symptomatik erfolgen. Die Absicherung erfolgt eine Ultraschalluntersuchung.

Therapie:
In den meisten Fällen ist die unverzügliche Kastration der Hündin angezeigt. Dabei werden Eierstöcke und die vereiterte Gebärmutter komplett entfernt.
Vorteil dieser Behandlungsmethode ist die sichere Entfernung der Ursache und die Verhinderung einer erneuten Erkrankung nach der nächsten Läufigkeit.
Eine andere Methode ist der Einsatz von Hormonen. Hierbei kommt es durch das eingesetzte Medikament zur Öffnung des Muttermundes und damit zur Selbstreinigung der Gebärmutter.
Nachteil dieser Methode ist die Tatsache, dass eine Sonderform der Gebärmutterentzündung durch diese Behandlung sogar verschlimmert werden oder je nach Hormonstatus und eventuellen Zysten nicht wirksam ist.
Parallel werden bei einem konservativen Behandlungsversuch Antibiotika eingesetzt.
Eine alleinige Behandlung mit Antibiotika führt nahezu nie zum Behandlungserfolg!

Persönliche Meinung meinerseits:
Auch wenn das Risiko für eine Gebärmutterentzündung hoch ist, ist es kein Grund einen Hund vorsorglich einfach zu kastrieren, nach dem Tierschutzgesetz ist es sogar untersagt.
Ein aufmerksamer Hundebesitzer merkt, wenn der Hund krank ist und sollte einfach die Läufigkeiten beobachten und auch notieren, wann die letzte war.
Es gibt viele Vorteile, aber auch Nachteile einer Kastration.
Dies sollte immer sehr individuell abgewägt und mit dem Tierarzt besprochen werden.
Eine Gebärmuttervereiterung wie in dem vorgestellten Fall lässt keine Alternative zu. In diesem Fall musste schnell operiert werden!

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