Rästel zum Wochenende

Hund mit offener Stelle an der Pfote, völlig schmerzfrei und ohne Lahmheit. Stelle heilt trotz Antibiose und Verband nicht aus. Foto und Röntgenaufnahme anbei.

Auflösung:
granulomatöse Umfangsvermehrung der Pfote nach einer Ballenverletzung, die Aufgrund einer Leishmaniose nicht abgeheilt ist.
 
Leishmaniose
Leishmanien sind intrazelluläre Protozoen, die vor allem in den Abwehrzellen (Monozyten und den Makrophagen) des Organismus parasitieren. Dadurch sind Sie für das Immunsystem oft nicht zu erkennen. Eine Erkrankung tritt nachmals erst Jahre nach Ansteckung auf.
Erwähnenswert ist die hohe Infektionsrate bei Hunden in den Mittelmeerländern. Insbesondere im Rahmen von „Rettungsaktionen“ kommen infizierte Hunde nach Deutschland.
Übertragung/ Ansteckung:
Die Leishmaniose ist eine Zoonose, an der auch Menschen erkranken können. Die Erreger werden über den Stich von Sandmücken übertragen. Direkte Übertragungen von Tier zu Tier oder Tier zu Menschen wurden bisher nur sehr selten nachgewiesen. Im Gegensatz zu anderen Stechmücken fliegen Sandmücken ihr Opfer nur dann an, wenn dieses schläft. Der Grund hierfür ist, dass Sandmücken 2-5 Minuten zum Blutsaugen benötigen, darüber hinaus ist der Stich schmerzhaft. Fliegen Sandmücken einen schlafenden Hund an, so landen diese meist auf dem Hunderücken, und laufen dann gegen den Haarstrich Richtung Kopf, dann die Stirn und Schnauze herunter und stechen in den unbehaarten Nasenansatz, gelegentlich stechen die Mücken auch in die Augenlider. Bei Welpen und Junghunden erreichen diese Mücken auch die Bauchseite oder Genitalien.
Symptome
Die Symptome einer Leishmaniose sind sehr variabel. Während einige Hunde keine klinischen Symptome zeigen, erkranken andere schwer. Die Symptome beginnen oft mit fortschreitender Müdigkeit und Bewegungsunlust, massivem Gewichtsverlust und Sekundärerkrankungen durch Immunsuppression. Die Erreger der Leishmaniose können sich auch in den inneren Organen vermehren. Betroffen sind vor allem die Nieren. In über 90 Prozent der Fälle finden sich auch die typischen Hautsymptome. Zeichen des Befalls sind hier Hautveränderungen mit einer meist nicht-juckenden Hautentzündung und Haarausfall z. B. des Nasenrückens und der Ohrenspitzen sowie Brillenbildung um die Augen oder auch haarlose entzündete Stellen an den Pfoten, die manchmal schuppig bedeckt sind.
Diagnose:
- Bluttest auf Antikörper gegen den Leishmaniose-Erreger (frühestens 6-8 Wochen nach Import), fragen Sie hier Ihren Tierarzt, ich persönlich rate immer dazu Importhunde (auch schon von Tierschutzorganisationen getestete) wenn Sie ein halbes Jahr im Besitz sind zu testen
- Untersuchung von Gewebeproben (z. B. Lymphknoten, Knochenmark) unter dem Mikroskop zum Nachweis des Erregers in den Zellen
- molekularbiologische Untersuchung (PCR) von Gewebeproben (z. B. Knochenmark) zum „genetischen“ Nachweis des Erregers.
Behandlung
Bei unseren Hunden ist die Leishmaniose nicht heilbar. Die Tiere bleiben lebenslang Träger, oft immunkompetent und somit ohne irgendwelche Symptome. Tiere ohne Symptome müssen nicht behandelt werden. Treten jedoch Symptome auf, gibt es verschiedene Stadien, für die Behandlungsmöglichkeiten existieren, die den Hund wieder in einen besseren oder sogar symptomfreien Zustand bringen können.
Vermieden werden sollte bei bekannter Leishmaniose alles was Stress für das Immunsystem bedeutet. Informieren Sie hierbei bitte in jedem Fall Ihren Tierarzt insbesondere, wenn es um Impfungen oder Kortisonbehandlungen gehen sollte.

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