Rätsel zum Wochenende. Großer Hund mit akuten Bauchschmerzen und erfolglosem Erbrechen. Was hat dieser Hund ?Röntgenaufnahme anbei.

Magendrehung beim Hund

Magendrehung beim Hund
Eine Magendrehung ist ein hoch akuter Notfall.
Durch eine Magenerweiterung und Auflassung dreht dieser sich um die Längsachse und auch um die Querachse im Uhrzeigersinn. Durch die Drehbewegung werden sowohl Mageneingang und Ausgang verschlossen. Die eng mit dem Magen verbundenen Blutgefäße, sowie die Milz wird dabei verlagert und teilweise ggf. abgeknickt. Es kommt zu einer hochgradigen Kreislaufbeeinträchtigung und zum Schock. Unbehandelt verstirbt der Hund innerhalb kürzester Zeit qualvoll.
Bei Hunden, die behandelt werden, liegt die Sterberate trotzdem bei erschreckenden 15 bis 45 %.
Symptome:
Zunehmende Unruhe, starker Speichelfluss, blasse Mundschleimhaut und unproduktives Erbrechen sind Anzeichen für eine Magendrehung. Ein aufgeblähter Bauch ist zwar ein typisches Zeichen, aber im Frühstadium nicht immer eindeutig.
Diagnose:
Im Röntgenbild in rechter Seitenlage stellt sich der gasgefüllte Magen dunkel und sehr groß da. Typisch ist eine Schlumpfzipfelmützenartige Form des Magens.
Therapie:
Schnelles Handeln ist lebenswichtig. Ab feststellen der Symptome sinkt die Überlebenschance mit jeder Minute.
Direkte Kreislaufstabilisierung zur Schockbekämpfung mittels Infusionen „im Schuss“ und bei sehr stark gespanntem Bauch Druckentlastung mit einer feinen Nadel in den Magen, um Verdauungsgase abzulassen. Danach geht’s dem Hund meist schon besser.
Bei der Operation wird der Bauch geöffnet, der gedrehte Magen zurückverlagert und mit einem Schlauch, der durch die Speiseröhre bis in den Magen geschoben wird entleert und gespült. Um einer erneuten Magendrehung vorzubeugen, wird meist ein Teil der Magenwand an der Bauchwand genäht.
Prognose und Vorsorge:
Früher wurde fast jeder zweite Hund eingeschläfert oder hat die Narkose wegen des schweren Schockverlaufes nicht überlebt. Heute hat die Überlebensrate sich deutlich gebessert, wenn der Hund rechtzeitig in einer handlungsfähigen Klinik vorgestellt und schnell behandelt wird. Doch leider sterben immer wieder auch Hunde während und nach der Operation, bei denen alles richtig gemacht wurde. Bis zu drei Tagen nach der Operation können durch die Kreislaufprobleme noch Herzrhythmusstörungen zum Tod führen.
Rassedisposition und Fütterung:
Es kann jeden Hund erwischen! Bestimmte Rassen weisen ein deutlich erhöhtes Risiko aus:
Dogge (ca 40 Prozent!), Deutscher Schäferhund, Dobermann, Boxer, Bernhardiner, Neufundländer, Irish Wolfhound, Deerhound, Königspudel, die Molosser und die Setter, darüber hinaus natürlich auch Mischlinge aus den genannten Rassen.
Ältere Hunde und Rüden sind häufiger betroffen. Ernährung nur einmal täglich / große Futtermengen, Futterumstellungen, Stress oder eher nervöse Hunde scheinen öfter betroffen zu sein.
Wichtig!
Nicht jeder Tierarzt ist in der Lage eine Magendrehung zu operieren. Alleine das vorhandene Personal am Wochenende oder Abends ist oft limitierend. Daher sollten sie mindestens die Telefonnummer von zwei Praxen oder Kliniken parat haben von denen sie wissen, dass eine solche Versorgung möglich ist.
Da es sich ja meist um große Hunde handelt, bitte den Hund solange er noch geh und stehfähig ist ins Auto laden und den Tierarzt telefonisch schnellstmöglich verständigen. Das sich die Überlebenschancen von 50% auf teilweise über 90% gesteigert haben ist unter anderem gut informierten Patientenbesitzern zu verdanken!

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